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Schrille Nacht - Eilige Nacht

Wo hört der Weihnachtsfriede auf?

In den Geschäften, wo man sich um das letzte Kaffeedeckchen für Oma Grete prügelt, oder schon wenn es darum geht, wie und ob man den Christkindlmarkt überlebt?

Beinahe ebenso schlimm ist es, an den Adventsamstagen sich zu erdreisten, noch eine Kleinigkeit aus einer der vielen Filialen der großen Supermarktketten zu benötigen; nach zwei Uhr Nachmittags spätestens ist alles leer gefressen und es drängen sich immer noch Leute um die kärglichen Überreste, und raffen dabei an sich was sie bekommen können.
Als hätten sie eine hungrige neunköpfige Raupe zuhause sitzen die sie mit Futter gnädig zu stimmen suchen um nicht selber gefressen zu werden.

Wer nicht schon beim alljährichen Kampf in den Einkaufsstrassen das Handtuch geworfen und die Flinte am liebsten...auf seine Mitkäufer gerichtet hätte, der muß eine Engelsgeduld haben.


Manche, beneidenswerte Zeitgenossen beginnen sich erst dann zu streiten, wenn es um die Auswahl des Baumes geht. Fichte, Tanne? Einen Meter fünfzig oder Deckenhoch?
Ich will noch einmal betonen:Jene die erst zu diesem Zeitpunkt beginnen zu streiten, sind beneidenswerte Einzelexemplare.


Doch wehe der Baum wird den ersten Zentimeter über die Schwelle transportiert... Wer nicht mitaussuchen durfte, wird beim Anblick des eingewickelten und damit völlig unkenntlich gemachten Baumes beginnen zu zetern, was denn da angeschleppt worden sei.

Die Person die dann nachher putzen darf, greift sich bereits an den Kopf. Nicht genug der Nadeln, die sich ja leicht wegsaugen lassen, nein:
Im Kollektiv muß der Baum von möglichst vielen Anwesenden hereingetragen werden, wobei der romantische Schneematsch den teuren Teppich düngt.

Wohin? Dahin. Nein!Dorthin, wo er letztes Jahr gestanden hat.Nein, da paßt er besser. Wo ist der Christbaumständer? Woher soll ich das wissen?
Der steht ja total schief.Tut er gar nicht. Und hier ist er ganz kahl. Gar nicht! Der ist nur auf der anderen Seite buschiger!
Wenn dann noch der Kampf entfacht ist zwischen den Vertretern der Glaskugel-und-Lametta-Riege und den Anhängern der Strohsterne und des Holzschmuckes, ist es eigentlich eh schon zu spät.
Besser man verzieht sich, bevor die Schlacht um Lichterketten oder echte Kerzen entbrennt.


Wo es aber wohl nie ganz ohne böses Blut abspielt, das ist die vielgeliebte "Bescherung".
Immer hat man unterm Strich mehr verschenkt als man bekommen hat.
Und wenn dann noch während dieser feierlichen Zeremonie das sorgsam eingepackte teuere AfterShave gegen einen Kaffeebecher eingetauscht wird, der mehr schlecht als recht in Zeitungspapier gewickelt wurde...

Irgendjemand wurde immer nicht bedacht )oder seiner Meinung nach nicht ausreichend ( oder ganz vergessen... Was man Ende Jänner feststellt, wenn man es dieser Person, die seit Weihnachten so komisch eingeschnappt war, aus der Nase gezogen hat.

Und die welche bedacht wurden... Falsche Farbe, falsche Größe, falsches Geschenk... Zum Glück kommt gleich nach dem Weihnachtsrummel und Einkaufsstress der Pre-Silvester Umtauschtaumel.
Da bekommt man wenigstens, was man will...


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